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Samstag, 14. Juli 2012
Drachenauge!
So, wie wenn ich nicht schon Nerd genug wäre - jetzt habe ich mich tatsächlich als Rollenspielautor versucht. Zumindest ein kurzes Szenario meines Leib- und Magen-Rollenspiels DSA ist es geworden...
Sonntag, 8. Juli 2012
„Wenn Religiosität ausstirbt, bleiben nur Geisteswissenschaften, um dem Menschen Orientierung zu geben.“
So oder so ähnlich war die These meiner Frau, die mich
nachdenklich gemacht hat. Stirbt Religion wirklich aus? Können
Geisteswissenschaften wirklich diese Lücke ausfüllen? Inwieweit das
so ist, will ich mit dem heutigen Blog ein bisschen eingehender
untersuchen (nicht, dass ich nicht schon ein paar Wochen darüber
nachgegrübelt hätte). Ich bin mir sicher, dass sich auch genügend
Argumente finden lassen, die dagegen sprechen. Ich bin lediglich
neugierig, wie weit sich diese Argumentationslinie treiben lässt,
wenn man die Prämisse, dass Religiosität ausstirbt zunächst als
gegeben annimmt.
Ein paar Beispiele vorneweg: für mich
ist die Militarisierung der Fußballstadien mit Pyrotechnik,
Schlägereien und Spielunterbrechungen, die in der letzten Saison zu
beobachten war, ein genauso beredtes Symptom dafür wie Komasaufen
oder Psychopharmaka. Das Greifen nach dem scheinbar goldenen Ausweg
aus dem alltäglichen Nichts und die anschließende Verzweiflung,
wenn das die Probleme nicht löst (wie auch?) stehen für mich
deutlich für die hilflose Suche nach Sinn in unserer ach so
säkularen Gesellschaft. Wohl dem, der wie die Macher der Kampagne
„Glücklich leben ohne Gott“ offensichtlich solide in
humanistischem Gedankengut gegründet ist. Sollte das pikanterweise
eine Form von Glaube sein?
Warum scheidet Naturwissenschaft aus, wenn es um Orientierung geht?
Weil Naturwissenschaft per se die
maximale Entfremdung von unserer Alltagserfahrung darstellt und nur
deshalb in der Lage ist, Wahrheiten zu entdecken, die uns sonst
verborgen blieben. Eine auf dieser Weise entdeckte (konstruierte?)
Wahrheit kann freilich immer nur einen Aspekt unseres Menschseins
(nämlich den rational-logische) ansprechen.
Mein Lieblingsbeispiel ist immer die
Schachnovelle – und ich glaube es gibt genug Programmierer und
Softwareentwickler, die auf eine ähnlich manische Weise von der
scheinbar mühelosen Beherrschbarkeit und Beherrschung aller Probleme
durch ihr (mehr oder minder) konstruktiven Tuns gefesselt sind, dass
sie sich des dadurch entstandenen Mangels in ihrem seelischen
Gleichgewicht erst viel zu spät bewusst werden. Dies ist ein
Standpunkt und keine empirische Studie – dennoch habe ich schon
mehrmals diese oder ähnliche Erzähllinien gehört: gut bezahlter
Softwareentwickler, 60-Stunden-Woche, mit 40 Sinnkrise, jetzt Gärtner
oder im Kloster, scheut den Computer wie der Teufel das Weihwasser.
Sicher, μηδὲν ἄγαν, aber gerade dieses Argument nach dem
Herstellen eines Gleichgewichts verweist in seiner Bezogenheit auf
ein Anderes auf eine Erklärungslücke rein naturwissenschaftlichen
Vorgehens.
Apropos Erklärungslücke:
Naturwissenschaft erklärt nichts. Die Aussage, dass ein bestimmter
Vulkan mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit in einem bestimmten
Zeitintervall eine Eruption einer bestimmten Stärke haben wird
(selbst wenn es sich exakt vorhersagen ließe) muss völlig
unabhängig von jeglichem Handlungskontext gedacht werden, um
wertungsfrei erforscht werden zu können. Erst wenn dort Menschen
leben, erhält eine solche Aussage Relevanz für Entscheidungen, die
zu treffen sind. Die Aussage „Dort leben Menschen, die das noch
nicht wissen – wir müssen sie unbedingt über die Risiken
aufklären!“, der sie die gottlos Glücklichen sicher ad hoc
anschließen würden, ist nicht mehr Teil naturwissenschaftlichen
Arbeitens.
Was ist das eigentlich, wenn wir nach Orientierung suchen?
Die Natur einer nicht endgültig
beantwortbaren Frage scheint schwer, es gibt jedoch einige Grundzüge,
die leicht sichtbar zu machen sind. Zunächst die Ortsmetapher: „Wo
gehöre ich hin?“ Die Suche nach dem Platz im Leben repräsentiert
die räumliche Strategie, eine Antwort auf diese Frage zu finden.
Wann habe ich ihn gefunden? „Ubi bene, ibi patria!“ Aha, also
eigentlich die Suche nach einem Sozialraum. Dazu gesellt sich die
performative Metapher „Was soll ich (in dieser Lage) tun?“
Antworten darauf füllen ganze Handbücher – von der Στοά bist
hin zur Esotherik. Zugrunde liegt die Suche nach Routinen, die den
eigenen Vollzug von Dasein strukturieren und zeitlich rhythmisieren
und dadurch Leben einfacher machen. Das bestechende an Adam Smith's
Entwurf eines Wertesystems, das nur auf einem spontanen,
empathiegeleiteten Urteils beruht, ist allerdings, dass er durch sein
Modell eine fast algorithmische Lösung für die soziale
Konstruiertheit von Orientierung anbietet. Noch radikaler wäre es,
davon auszugehen, dass jeder Kommunikationsakt Dasein verankert und
Halt bietet. Ich nenne es gerne die Teppich-Metapher (nachdem ich
mich ja zuletzt kritisch gegen „Soziale Netzwerke“ geäußert
hatte): Kettfäden sind die familiären Bezüge, in die unser eigenes
Sein eingebunden ist, Schussfäden alle Freundschaften, mit denen wir
gemeinsam durch die Zeit reisen. Jede Verbindung zu einem anderen
Menschen liefert in gewisser Weise Halt, sei es ein gutes Wort, eine
gemeinsame Unternehmung oder auch nur ein Lächeln. Jeder
Kommunikationsakt festigt ein unsichtbares Band zwischen zwei
Menschen oder lockert es – das erstaunliche daran ist aber wohl
doch, dass das Gewebe (oder von mir aus auch Netz) für die meisten
Individuen immer tragfähig bleibt oder zumindest Optionen zum
Festhalten bietet.
Kann Geisteswissenschaft das alles liefern?
Sicher
nicht. Ein paar Aspekte bekommt man aber sicher zusammen.
Sprachenwissenschaft kann uns helfen, schon einmal Gedachtes
wieder nutzbar zu machen oder überhaupt unseren sprachlichen
Erkenntnisrahmen auszuloten. Geographie und Geschichtswissenschaften
können helfen zu verstehen, nach welch einfachen und doch gerade
dadurch unserem gedanklichen Zugriff entzogenen
Konstruktionsprinzipien wir uns räumliche und zeitliche Narrative
gestalten, die wir für wahr halten und an denen wir uns orientieren.
„Dort ist es halt so!“ vs. „Weil das damals war, ist es heute
so!“
Wirklich Orientierung geben kann sicher
die Philosophie, der ich ein Verstehen-Wollen von Mensch-Sein und
sich dieser Suche emotional verbunden fühlen zuschreibe. Wohl dem,
der am Ende seiner Überlegungen zu dem Schluss kommt: „Dies habe
ich durch Philosophie gelernt, dass ich tue ohne befohlen zu werden,
was andere nur aus Furcht vor dem Gesetz tun!“ Nicht umsonst ist
christliche Mythologie voller Verweise auf die antike Philosophie und
selbst in der Abgrenzung von ihr bestimmt. Fakt ist aber auch: In
allen Gesellschaften war eine solche erleuchtende Selbsterkenntnis
ein Narrativ der Eliten – von Platon über den Humanismus und
Utilitarismus bis hin zum Kommunismus – und ist letztlich
gescheitert, weil ein solches Maß an Selbstbeherrschung kaum einige
wenige Menschen aufbringen können, um ohne Fehler stets nach solch
hehren Maximen handeln zu können. Wie heißt es in der Στοά? Es
ist egal, ob wir hundert oder einen Meter unter der Wasseroberfläche
ertrinken. Orientierung beinhaltet also auch Handlungsvorlagen,
Gesetze, die helfen, wenn ein erkennender Ratschluss gerade nicht
greift.
Jenseits von Wissenschaft
Ich behaupte: auch Geisteswissenschaft
ist nur ein Teil von Mensch-Sein. Wirklich helfen kann sie dem
Menschen nur, wenn er sich gestaltend darauf einlässt: Literatur und
Kunst können helfen, den Alltag nicht ganz so furchtbar ernst zu
nehmen oder gerade im Gegenteil durch Eleos und Phobos zumindest
kurzzeitig unseren gewohnten Trott aufzubrechen, ein gesundes Maß an
Verrücktheit in unser Leben zu bringen, das uns hilft, das Gewohnte
zu ertragen. Das setzt aber voraus, dass derjenige überhaupt lesen,
ins Theater oder die Ausstellung gehen will. Die alltägliche Praxis,
das große Spiel, die „Geschichten, die das Leben schreibt“, die
scheinbar alltäglichen Gespräche im Teppich des Lebens bieten aber
sicher auch für den kleinen Mann einen Bezugspunkt, mithilfe dessen
er sich täglich neu hinterfragen und auf den er sein Handeln gründen
kann.
Als Fazit bleibt mir nur der Versuch,
Shakespeare mit der orientierungsgebenden Macht der Narrative
zusammenzuführen: Was bleibt an Erkenntnis, wenn ein jeder von uns
erfüllt vom Verlangen nach Orientierung zusammen mit anderen, die
ihn halten und inspirieren, zu unbekannten Zielen unterwegs ist? „Die
ganze Welt ist Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler. Sie
treten auf und gehen wieder ab. Sein Leben lang spielt einer manche
Rollen!“
Dienstag, 3. Juli 2012
Die Hängenden Gärten in Gefahr!
Bevor ich wieder zwischendurch Philosophisches einstreue, muss ich heute doch noch einmal die Ereignisse des letzten Wochenendes revue passieren lassen. Schließlich waren unsere Hängenden Gärten in Gefahr (bzw. wir haben sie leichtsinnig dorthin gebracht und in der Folge auch uns...)
Das Wochenende fing ganz beschaulich mit einem Blick auf den Mond am Freitagabend an, der wie ein dick ausgefülltes umgekehrtes C, also zunehmend am Himmel stand, dann und wann hinter den Schwaden eines in Auflösung begriffenen Gewitterambosses verschwand und dabei eine gespenstische regenbogengleiche Halo auf den Nachthimmel legte, solange die obersten Wolken im Westen noch ganz leicht das Restlicht der längst hinter dem Horizont entschwundenen Sonne auffingen - um diese Jahreszeit ist es ja nie richtig dunkel.
Samstag folgte dann eine tolle Bootstour mit Kanu und Kajaks auf der Itz - so eine muntere Gesellschaft hatten wir schon lange nicht mehr zusammenbekommen! Größere Stromschnellen waren wie geplant ausgeblieben, so dass wir den letzten Teil sehr gemächlich und entspannt zurücklegen konnten (teils als Floßgemeinschaft vertäut, ob der Hitze hier und da auch mit munteren Wasserspielen - wer hat eigentlich angefangen?). Der Hinweis unseres Bootsverleihers auf aufziehende Gewitter hätte uns ob der Hitze stutzig machen können, doch auch bei ersten Wolken konnten wir den Tag bei einem gemeinsamen Kellerbesuch ausklingen lassen.
Auch die sturmartigen Windböen, die eine in Entstehung befindliche Gewitterwolke in strudelnden Fallwinden auflösten, Laub und Staub durch die Gegend wirbelten und dabei Bamberg noch mehr aufheizten, ließen in uns noch keine Vorahnung reifen. Selbst zuhause, als wir den schief hängenden Apfelbaum aus seiner misslichen Lage befreien musste, dachten wir nur, das Gröbste sei überstanden und kamen nicht auf die Idee, dass eine überaus heftige Unwetterfront im Anmarsch war. Wir ließen all unsere Pflanzen und Balkonutensilien wie gewohnt dort zurück - so kamen wir zu einem zweifelhaften nächtlichen Abenteuer. In der Chronologie der Ereignisse (teils rekonstruiert):
1) Tischplatte wird von einer Böe erfasst und kracht ins Geländer, ein Tischbein wird vom Balkon geweht. Wir horchen auf.
2) Ein zweites Krachen und deutlich vernehmbare Windböen. Apfelbaum und Jasmin hängen mit Schlagseite in den angrenzenden Pflanzen
3) Anette und Dominik stürzen in Schlafanzug auf den sturmumtosten Balkon
4) Der Strom fällt aus. Einzige verbleibende Lichtquelle sind die Solarlampe auf dem Balkon (und die näher rückenden Blitze).
5) Anette beginnt, Pflanzen auf der talaufwärts gelegenen Sturmseite in Sicherheit zu bringen, Dominik stützt den Apfelbaum (= Armdrücken mit dem Wind...)
6) Eine neue Böe. Die Zuckerhutfichte samt Solarlampe fällt um. Zwei Unterteller werden krachend am Geländer zerschlagen und regnen auf den Rasen darunter.
7) Ein Stuhl wird vom Wind erfasst, um die Ecke geweht, faltet sich im Flug zu einem gefährlichen Diskus zusammen, bleibt aber glücklicherweise zwischen dem Topf des Apfelbaums und dem Geländer stecken, ohne jemand zu treffen.
8) Regen setzt ein. Waagrecht entlang der breiten Balkonseite bis ins Arbeitszimmer!
9) Wir bringen mithilfe der Solarlampe bei nachlassenden Böen (aber klatschnass) alle übrigen Pflanzen in Sicherheit (= nach drinnen).
10) Unruhige Nacht.
11) Die Schäden werden inventarsiert (zwei Unterteller, drei diesjährige Triebe vom Apfelbaum, etwas Pflanzerde). Alle Früchte hängen erstaunlicherweise immer noch fest an den dazugehörigen Pflanzen.
12) Tischbein und ein Untersetzer haben den Sturz vom Balkon unbeschadet überstanden
13) Aufräumarbeiten, Planungen für Prävention bei Nachfolgeereignissen.
Halten wir aus Sicht der geographischen Risikoforschung fest: schuld an Katastrophen ist wie immer nicht die Natur, sondern die fehlende Prävention. Intervention setzt die Retter teils erheblichen Risiken aus. Die Vulnerabilität war durch die landschaftliche Lage am Dorfrand und die fehlende Sicherung der beweglichen Objekte gegeben, es gab keine Frühwarnung (bzw. keines der Anzeichen wurde zum Nachschlagen bei einem der üblichen Wetterdienste genutzt). Positiv jedoch zum Stichwort Resilienz: ich hätte nie gedacht, was Pflanzen so alles wegstecken können - purzeln munter durch die Gegend und es fehlen weder Apfel noch Tomate. Schlussendlich wird auch die coping capacity nur mit geringen Kosten gefordert sein. Dennoch: nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe - deswegen werden wir ab sofort schön einen Blick auf den Wetterbericht werfen und unsere Pflanzen nach dem neuen Evakuierungsplan in Sicherheit bringen, wenn wir länger außer Haus sind oder sich Unwetter ankündigen. Dazu sind uns unsere blättrigen Freunde mittlerweile einfach viel zu sehr ans Herz gewachsen!
Ach ja, Zuwachs gibt es dank Familie Helbig auch: Kürbispflanze ganz klassisch auf dem Komposthaufen! Mal sehen, was zu Halloween aka Erntedank draus geworden ist!
Das Wochenende fing ganz beschaulich mit einem Blick auf den Mond am Freitagabend an, der wie ein dick ausgefülltes umgekehrtes C, also zunehmend am Himmel stand, dann und wann hinter den Schwaden eines in Auflösung begriffenen Gewitterambosses verschwand und dabei eine gespenstische regenbogengleiche Halo auf den Nachthimmel legte, solange die obersten Wolken im Westen noch ganz leicht das Restlicht der längst hinter dem Horizont entschwundenen Sonne auffingen - um diese Jahreszeit ist es ja nie richtig dunkel.
Samstag folgte dann eine tolle Bootstour mit Kanu und Kajaks auf der Itz - so eine muntere Gesellschaft hatten wir schon lange nicht mehr zusammenbekommen! Größere Stromschnellen waren wie geplant ausgeblieben, so dass wir den letzten Teil sehr gemächlich und entspannt zurücklegen konnten (teils als Floßgemeinschaft vertäut, ob der Hitze hier und da auch mit munteren Wasserspielen - wer hat eigentlich angefangen?). Der Hinweis unseres Bootsverleihers auf aufziehende Gewitter hätte uns ob der Hitze stutzig machen können, doch auch bei ersten Wolken konnten wir den Tag bei einem gemeinsamen Kellerbesuch ausklingen lassen.
Auch die sturmartigen Windböen, die eine in Entstehung befindliche Gewitterwolke in strudelnden Fallwinden auflösten, Laub und Staub durch die Gegend wirbelten und dabei Bamberg noch mehr aufheizten, ließen in uns noch keine Vorahnung reifen. Selbst zuhause, als wir den schief hängenden Apfelbaum aus seiner misslichen Lage befreien musste, dachten wir nur, das Gröbste sei überstanden und kamen nicht auf die Idee, dass eine überaus heftige Unwetterfront im Anmarsch war. Wir ließen all unsere Pflanzen und Balkonutensilien wie gewohnt dort zurück - so kamen wir zu einem zweifelhaften nächtlichen Abenteuer. In der Chronologie der Ereignisse (teils rekonstruiert):
1) Tischplatte wird von einer Böe erfasst und kracht ins Geländer, ein Tischbein wird vom Balkon geweht. Wir horchen auf.
2) Ein zweites Krachen und deutlich vernehmbare Windböen. Apfelbaum und Jasmin hängen mit Schlagseite in den angrenzenden Pflanzen
3) Anette und Dominik stürzen in Schlafanzug auf den sturmumtosten Balkon
4) Der Strom fällt aus. Einzige verbleibende Lichtquelle sind die Solarlampe auf dem Balkon (und die näher rückenden Blitze).
5) Anette beginnt, Pflanzen auf der talaufwärts gelegenen Sturmseite in Sicherheit zu bringen, Dominik stützt den Apfelbaum (= Armdrücken mit dem Wind...)
6) Eine neue Böe. Die Zuckerhutfichte samt Solarlampe fällt um. Zwei Unterteller werden krachend am Geländer zerschlagen und regnen auf den Rasen darunter.
7) Ein Stuhl wird vom Wind erfasst, um die Ecke geweht, faltet sich im Flug zu einem gefährlichen Diskus zusammen, bleibt aber glücklicherweise zwischen dem Topf des Apfelbaums und dem Geländer stecken, ohne jemand zu treffen.
8) Regen setzt ein. Waagrecht entlang der breiten Balkonseite bis ins Arbeitszimmer!
9) Wir bringen mithilfe der Solarlampe bei nachlassenden Böen (aber klatschnass) alle übrigen Pflanzen in Sicherheit (= nach drinnen).
10) Unruhige Nacht.
11) Die Schäden werden inventarsiert (zwei Unterteller, drei diesjährige Triebe vom Apfelbaum, etwas Pflanzerde). Alle Früchte hängen erstaunlicherweise immer noch fest an den dazugehörigen Pflanzen.
12) Tischbein und ein Untersetzer haben den Sturz vom Balkon unbeschadet überstanden
13) Aufräumarbeiten, Planungen für Prävention bei Nachfolgeereignissen.
Halten wir aus Sicht der geographischen Risikoforschung fest: schuld an Katastrophen ist wie immer nicht die Natur, sondern die fehlende Prävention. Intervention setzt die Retter teils erheblichen Risiken aus. Die Vulnerabilität war durch die landschaftliche Lage am Dorfrand und die fehlende Sicherung der beweglichen Objekte gegeben, es gab keine Frühwarnung (bzw. keines der Anzeichen wurde zum Nachschlagen bei einem der üblichen Wetterdienste genutzt). Positiv jedoch zum Stichwort Resilienz: ich hätte nie gedacht, was Pflanzen so alles wegstecken können - purzeln munter durch die Gegend und es fehlen weder Apfel noch Tomate. Schlussendlich wird auch die coping capacity nur mit geringen Kosten gefordert sein. Dennoch: nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe - deswegen werden wir ab sofort schön einen Blick auf den Wetterbericht werfen und unsere Pflanzen nach dem neuen Evakuierungsplan in Sicherheit bringen, wenn wir länger außer Haus sind oder sich Unwetter ankündigen. Dazu sind uns unsere blättrigen Freunde mittlerweile einfach viel zu sehr ans Herz gewachsen!
Ach ja, Zuwachs gibt es dank Familie Helbig auch: Kürbispflanze ganz klassisch auf dem Komposthaufen! Mal sehen, was zu Halloween aka Erntedank draus geworden ist!
Sonntag, 24. Juni 2012
Digitale soziale Netzwerke: Selbstvollzug von Dasein – Fahrlässiger Totschlag von Zeit?
Der Hintergrund
Es macht Freude, das Leben von Menschen zu verfolgen, die uns etwas bedeuten, „selbst wenn wir keinen anderen Vorteil daraus ziehen, als Zeuge
davon zu sein“, wie Adam Smith, der große Moralphilosoph, den so viele zu
Unrecht nur als Urvater der Wirtschaftswissenschaften kennen, so treffend
anmerkte. Reziprok dazu macht es natürlich Freude, seine eigene Geschichte fortschreiben, nach außen sichtbar zu sein,
einen Schau-raum im Wortsinn zu schaffen, der uns anderen mitteilt, der
vorderseitige Raum des Alltags, wie ihn Giddens beschrieben hat.
Normalerweise schreiben sich solche Erfahrungen in die
zeitgeographischen Korridore unseres Alltags ein, sind es die anderen, die
positive Irritation von außen setzen, an der wir uns erfreuen. Welche Verschiebungen
sozialer Welt ergeben sich aber durch den Einsatz von überall verfügbarer „Personal
IT“, seien es Smartphones, Netbooks oder Tablets? Bewusst geht es hier wiederum
nicht um die Bewertung der „kostenlosen“ Dienste, die wir in Daten und Privacy
bezahlen, sondern um ihre soziologischen Folgen.
Die Lösungen im Vergleich
- Wiki: Ein gemeinsamer Wissensbestand, möglichst aktuell, mit einer nachvollziehbaren Geschichte. Wissen ist sozial produziert und existiert erst infolge des Aushandlungsprozesses in der Kommunikationsituation. Ein Wiki steht und fällt also zum einen mit der Anzahl der an ihm Beteiligten, zum anderen verfestigt sich die verfügbare Information mit zunehmender Zeit. Ein Wiki ist eine geniale Erfindung mit einer (und das sage ich als Wissenschaftler) im Großen und Ganzen brutal guten Qualität.
- Twitter: Viele, rasch folgende Kommunikationsprozesse. Nicht gerade Wissen, sondern ein reines Weiterplappern irgendeiner Beobachtung oder Bemerkung. Das Weitertragen einer Information mit einer je Retweet abnehmenden Bedeutung (entsprechend eines „marginal return“-Modells: „ja, ist ja gut, das habe ich jetzt schon fünf Mal gelesen…“)
- Facebook und Google Plus (so, wie ich es erlebe): Verlorene Freunde wiederfinden (die man aber vielleicht aus gutem Grund verloren hat). Noch banaler: Häufig nicht einmal mehr eine Information, die man als solche bezeichnen könnte. Ein Weiterplappern flacher Scherze, trivialer Alltagsinformationen, schlechter Party-Bilder oder Fotos von Kuriosa. Die degenerierte Variante des guten alten Poesiealbums und gleichzeitig genauso wenig eine zutreffende Repräsentation von Wirklichkeit.
- Homepage: Statisch, seriös und repräsentativ. Irgendwas zwischen Visitenkarte und Lebenslauf, das uns so charakterisiert, wie wir selten wirklich oder zumindest wirklich selten sind.
- Blog: Ein geronnener Gedanke. Etwas, das früher auf ein Stück Papier und dann zur Hälfte in eine Schublade und zur Hälfte im Papierkorb verschwunden wäre. Ein Essay, bestenfalls, ein Tagebuch sonst. Ich habe auch schon selbsttherapeutische Versuche zur Problembewältigung gesehen. Die Inversion des Smith‘schen Gedanken. Ich nehme nicht mehr Anteil, sondern hoffe darauf, dass irgendjemand doch bitte an mir Anteil nehmen möge.
Die Abhängigkeit
Die gute Nachricht: Kinder spielen wieder draußen. Das
Smartphone piept ja, wenn bei Facebook was passiert ist. Sie können sich also
wieder Ball spielen trauen, weil sie in der Zwischenzeit ja nicht ohne ihr
Wissen digital gemobbt werden können. Frappierendstes Beispiel der Unfähigkeit
zur Facebook-Nichtteilnahme ist der Post eines Schulkinds: “Mama, ich kann
jetzt nicht, ich hab grad Physik!“.
Anstelle des Vergnügens, Zeuge davon zu sein, ist die Angst getreten,
etwas zu verpassen. Eine Angst, abgekoppelt zu sein von
Kommunikationsprozessen. In der Folge erfolgt ein beinahe zwanghaftes Abrufen des
Facebookstatus bei jeder Gelegenheit, „ich will ja nur wissen, was los ist, nur
schnell die Mails checken, nur noch kurz die neuesten Schlagzeilen, nur schnell…“
Es ist die Inversion des Giddenschen Gegenstücks zum
Schaulaufen im vorderseitigen Raum, des rückseitigen Raums, des Raums der
Privatheit, in dem wir einfach mal entspannt durchatmen können, wenn diese,
zumeist räumlich abgegrenzte Oase der Ruhe in der manischen Anteilnahme an der
Welt anderer verloren geht.
Was ich an mir selbst wahrnehme: je entspannter ich bin, desto weniger brauche ich Facebook. Nur im Stress, wenn man sich selbst nicht
mehr beschäftigen kann, könnte wenigstens dort noch etwas Positives passieren. Ein
faustischer Pakt! Es handelt sich um kein Werkzeug zum Glück, zur Dokumentation
des eigenen Daseins, sondern einfach nur um einen Kommunikationsoverkill, einen
fahrlässigen Totschlag von Zeit, der uns erst auffällt, wenn ein Vieles an Zeit
dadurch vernichtet wurde.
Facebook ist für mich eine Art besseres Email-Konto geworden
für Leute, denen ich meine Emailadresse nicht geben will. Ich kann es wieder
gut aushalten, wenn mich Facebook alle drei Tage mahnt, ich könne etwas
verpasst haben. Ich weiß, was ich stattdessen in der Zwischenzeit alles erleben
konnte.
Samstag, 23. Juni 2012
Die Hängenden Gärten von Bischberg - continued
Nachdem man mittlerweile kaum noch am Apfelbaum vorbeikommt (ich musste schon Äste hochbinden, so dicht ist er mit Äpfeln behängt), lohnt sich ein kurzer Zwischenblick auf die mittlerweile hier und dort tatsächlich hängenden Gärten von Bischberg.
Zunächst haben wir für das allabendliche Gießen einen Schlauch nebst Trommel angeschafft, weil das Gießer-Schleppen echt in die Arme geht:
Dazu kommen diverse Neuerwerbungen; im Einzelnen von links nach rechts:
Von Anja und Matthias hat sich dieser üppig blühende Jasmin dazugesellt:
Die Glockenrebe hat sich rasant ausgebreitet. Noch spendet sie zwar keinen Schatten, mein ursprünglich als überdimensioniert ausgelegtes provisorisches Rankgitter aus Schnur hat sich aber bereits nach anderthalb Monaten als zu klein erwiesen...
Zwischendurch schimmert es schon saftig rot durch die Tomatenblätter! Unser Balkon hat, glaube ich, die typische südwestexponierte Weinberg-Insolation - mal sehen, auf wie viel Grad Oechsle es unsere Tomaten bringen ;)
Verblüffend, wie schnell am Kaulberg noch darbende Früchte wachsen; wieder von links nach rechts:
Und noch etwas wächst natürlich mit jedem Sieg: die Hoffnung darauf endlich mal wieder einen internationalen Titel zu holen (Ooooh, wie ist das schön...)!
Zunächst haben wir für das allabendliche Gießen einen Schlauch nebst Trommel angeschafft, weil das Gießer-Schleppen echt in die Arme geht:
Dazu kommen diverse Neuerwerbungen; im Einzelnen von links nach rechts:
- Mittagsblume vor Zuckerhutfichte
- ein kleiner Strauchblüher
- ein Olivenbaum (-bäumchen? Ernten werden wohl erst die Enkel...)
Von Anja und Matthias hat sich dieser üppig blühende Jasmin dazugesellt:
Die Glockenrebe hat sich rasant ausgebreitet. Noch spendet sie zwar keinen Schatten, mein ursprünglich als überdimensioniert ausgelegtes provisorisches Rankgitter aus Schnur hat sich aber bereits nach anderthalb Monaten als zu klein erwiesen...
Zwischendurch schimmert es schon saftig rot durch die Tomatenblätter! Unser Balkon hat, glaube ich, die typische südwestexponierte Weinberg-Insolation - mal sehen, auf wie viel Grad Oechsle es unsere Tomaten bringen ;)
Verblüffend, wie schnell am Kaulberg noch darbende Früchte wachsen; wieder von links nach rechts:
- Äpfel (ca. 3cm Durchmesser; sie bekommen schon rote Bäckchen)
- Jalapeno-Paprika
- Die am weitesten gereifte Tomatenrispe - die Tomate rechts oben musste gerade für's Frühstück dran glauben - lecker!
Und noch etwas wächst natürlich mit jedem Sieg: die Hoffnung darauf endlich mal wieder einen internationalen Titel zu holen (Ooooh, wie ist das schön...)!
Donnerstag, 7. Juni 2012
Geschichten vom Wachstum (und vom Wegschauen)
Die These vom angemessenen, stetigen
Wachstum aus ökonomischer Sicht soll heute gar nicht Kern der
Betrachtung oder besser der Kritik in ihrer Reinform als
differenzierendem Denken sein, sondern vielmehr das Nachdenken über
das Wachstum a sich, das uns scheinbar unaufhörlich überall umgibt. Zum
ökonomischen Aspekt nur so viel vorweg: wenn ein System als in
seinen Ressourcen beschränkt gedacht wird, wenn also sowohl durch
materielle Grundlagen und effizientere Organisation des Umgehens
damit lediglich ein neuer Aspekt zur Dominanz gebracht werden kann
und andere Aspekte dafür weichen müssen, kann nicht wirklich von
Wachstum gesprochen werden. Ein Beispiel wäre das IT-Zeitalter mit
energieeffizienten Rechnern und einer Fülle an digitalen
Dienstleistungen. Die Summe an Arbeitsleistung, die (sicher nicht
ganz zu Unrecht) darauf verwandt wird, lässt jedoch viel Wissen
handwerklicher Art, das im traditionellen Gedächtnis ganzer
Teilgesellschaften bewahrt wurde, hinter sich. Dieser Blog könnte
nicht in der Form geschrieben werden, wenn nicht ein Rückgrat an IT
(und ungleicher Verteilung materieller wie autoritativer Ressourcen
über den Globus) dafür den Platz geschaffen hätten (Ob das
Internet ein Ort oder ein anderswo ist, kann ich vielleicht in
ein/zwei Jahren sagen). Dennoch: alles, das Kapazitäten bindet (mir
gefällt im Englischen die Formulierung „take place“ – etwas
nimmt sich seinen Ort), schränkt dessen Verfügbarkeit für anderes
ein, wenn sie sie nicht sogar unmöglich macht.
Die erstaunlich einfache Erklärung
liegt im gedanklichen Wegschauen. Dies lässt sich auch ohne
Aristoteles erklären, obwohl die folgenden Gedanken sicher einem
aufmerksamen Leser der Kategorienschrift nicht ganz unbekannt sein
dürften. Ein Großteil des (vor diesem Hintergrund vielleicht nur
gefühlten) Erfolgs der Menschheit liegt sicher in der kognitiven
Blindheit für die Negation. Selbst eine sprachlich-gedankliche
Negation bereitet uns ja schon Schwierigkeiten. Die Literatur ist
voller Gedankenspielereien wie „Es ist nicht unmöglich, dass kein
Mensch in Versuchung gerät, nicht wieder ganz von vorne anzufangen.“
Soll er jetzt oder nicht? Viel Spaß beim Zählen der Negationen! Die
kognitiven Blindheit zeigt sich aber noch besser bei der Sphäre des
Visuellen, sicher einen prominenteren unserer Sinne. „Ein Karte hat
keinen Konjunktiv.“ So fordert Georg Glasze als kritischer
Kartograph ein differenzierteres Verständnis für diese
Ausdrucksform ein. Grenzen und Namen auf einer Karte besetzen Raum,
bilden ein Leitbild (dienen als Referenz für andere, in der Lerngeschichte folgende
Beschreibungen dieses Raums) und sanktionieren somit fast unmittelbar
jede „unnatürliche“ Veränderung der anfangs beschriebenen Grenzen.
Ganz ähnlich hat Bausubstanz keinen Konjunktiv. Abseits von
Reduktionismen („Siehst Du ja schon von außen, wer da nur wohnen
kann.“) macht ein konkretes Bauwerk das sich Vorstellen einer
andersartigen Besetzung dieser Raumstelle schwierig. Es bedarf des
geschulten oder visionären Auges von Geographen, Denkmalkundlern und
Architekten, um solche Blicke zu realisieren und zu zeigen.
Halten wir fest: Einmal Verschwundenes
dringt nur schwer ins Bewusstsein, sowohl ein Ungedachtes als auch
ein nicht Seiendes fallen weder im Denken noch in der Wahrnehmung
unmittelbar auf. Einzige Ausnahme ist hier sicher der Verlust einer
begrifflichen Referenz, wie ich sie oben dargestellt habe. Ein
solcher Verlust des scheinbar natürlichen Referenzrahmens, sei es
einer geliebten Person, der Heimat oder auch nur eines Gebäudes, das
mit Erinnerungen überladen scheinbar schon immer da war, sind im
Gegenteil sehr dauerhaft. Ein solcher Phantomschmerz lässt sich mit
dem Auseinanderfallen eines kognitiven Modells und des aktuellen
Zustands der Umwelt erklären – solche Brüche in der
Wahrnehmungskontinuität hat sicher jeder schon einmal erlebt.
Es ist inhärenter Bestandteil
menschlichen Erfolgreich-Seins, dass selbst diese Erfahrung ignoriert
werden kann – nicht im Rahmen eines Individuums, aber in Bezug auf
menschliche Gesellschaft als solches. Es scheint seinen Grund zu
haben, warum eine rasche Folge von Generationen sich im Rahmen der
Evolution als erfolgreicher erwiesen hat, als einige wenige
Individuen mit großer Lebensspanne. Die Sphäre organischen Lebens
wie wir es kennen, bringt durchaus auch größere Lebensformen
hervor, die mehrere Jahrhunderte überdauern können. Ob es der Geist
des Wegschauens, der immer neu seligen Unwissenheit, der
Unbekümmertheit und des Wagemuts ist, der Menschen so erfolgreich
gemacht hat? Eine Generation wird zum Träger von Entwicklung,
verbraucht sich, indem ihr kognitives Modell immer weiter mit der
Wirklichkeit auseinanderfällt („Altersstarrsinn“) und tritt
beiseite. Eine neue Generation übernimmt, ruft neue Leitideen aus,
schiebt alte Begriffe beiseite und gestaltet auch die Materialität
des Seins um. Schleichend, fast unmerklich, hin und wieder begleitet
von einer handfesten Revolution, wird eine scheinbar kontinuierliche
Geschichte des Wachstums geschrieben, in dem an bestimmten
Leitaspekten, die gerade in voller Blüte stehen (z.B. Technologie,
Kapitalismus schon eher nicht mehr...) ihre erfolgreiche Entwicklung
aufgezeigt. Logisch, was durch diese Erfolgsgeschichte verdrängt
wurde, fällt ja nicht mehr auf.
Ein abschließender Blick auf die
Sphäre des Ökonomischen: Wachstum ist also sichtspezifisch: „Unser
Unternehmen wächst“ (und andere verlieren). „Ich lerne gerade
unheimlich viel“ (und andere vergessen – vielleicht für immer).
„Die großen Entdeckungsfahrten eröffneten ein neues Zeitalter“
(und beendeten in vielen Teilen der Welt eine Unzahl an Existenzen).
Systemisch gedacht sollte es reichen, einen Zustand auf hohem Niveau
stabil halten zu wollen. Die Sucht nach dem Aufbruch, nach der neuen,
ungeahnten Chance, in ihrer unbedenklichen Form auch Neugier genannt
lässt auf jeder Ebene ein Unzufrieden-Sein mit dem Erreichten
eintreten. Wie weit kann ich es noch treiben? Es schlicht
auszuprobieren, macht den Verlust unausweichlich – entweder für
mich oder für diejenigen, die in meinem Erfolgsfall Ressourcen an
mich abgeben müssen. Wenn aber nicht nur die Enttäuschung einer
vagen Wachstumsaussicht Anleger in Aufruhr versetzt, sondern vielmehr
Wetten auf die Erfüllung oder Nicht-Erfüllung einer antizipierten
Entwicklung zum Gegenstand materieller Aushandlungsprozesse werden
(Fällt der Euro? Steigt er?), ist dieser Prozess von allen
Lebensgrundlagen völlig abgekoppelt und bedroht durch die
unheimliche Masse an verwandten Ressourcen die Lebenswirklichkeit
eines jeden. Nicht nur mir als selbsternanntem Bewahrer stellt sich
hier die Frage, ob wir wirklich noch spielen, oder ob wir schon
leichtfertig vertändeln – vielleicht schaffen wir aber auch gerade nur Raum für
eine neue Leitidee, die in ein paar Jahrhunderten ihre
Erfolgsgeschichte erzählen kann.
Dienstag, 29. Mai 2012
Tröstliche Worte
Und wieder neues in der Kategorie "Text und Gedichte" auf xdjkx.de im Bereich Texte:
Texte:
Diesmal eine Kindergeschichte, an der ich schon seit 2009 schreibe. Eher ein Setting, vielleicht wird was draus) ;)
Ein wenig Tröstliches...
Texte:
Diesmal eine Kindergeschichte, an der ich schon seit 2009 schreibe. Eher ein Setting, vielleicht wird was draus) ;)
- Der kleine Schneehase
Ein wenig Tröstliches...
- Das Ende der Geduld
- Es steuert ein Schiff
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